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Wir haben kein Managementproblem 

  • Autorenbild: Gerald Unger
    Gerald Unger
  • 31. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Wir haben ein Verantwortungsproblem.

 

Noch nie wurde so viel verwaltet, dokumentiert, abgestimmt und abgesichert wie heute. Für jede Entscheidung gibt es ein Meeting. Für jedes Risiko eine Richtlinie. Für jede Unterschrift eine zweite Unterschrift.

 

Für jeden Experten noch zumindest 2 weitere Experten.

 

Und trotzdem werden die wirklich wichtigen Entscheidungen immer seltener getroffen.

Warum?

 

Weil viele lieber Prozesse verwalten, als Verantwortung zu übernehmen.

 

Denn Verantwortung bedeutet, sich angreifbar zu machen. Eine Entscheidung zu treffen. Fehler zu riskieren. Dafür geradezustehen.

 

Genau daran mangelt es an allen Ecken und Enden. Es wird herumlamentiert wie kompliziert alles doch ist. Einem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler wird die Aussage zu geschrieben – „Das ist alles so kompliziert“ .

 

Da eine neue Kontrollrichtlinie, dort ein neuer Report.

 

Verwalten dagegen ist bequem. Es schafft die Illusion von Kontrolle – ohne echtes Risiko. Es schafft auch die Rechtfertigung für das Hinauszögern von Entscheidungen. Die Menschen sind beschäftigt, gestresst und die Ergebnisse lassen zu wünschen übrig.

 

Das Ergebnis sehen wir jeden Tag:

➡️ Mehr Bürokratie. Und von der Politik abwärts versprechen alle den Bürokratieabbau. Jedes Dokument wird durch zumindest 2 Dokumente ersetzt.

➡️ Mehr Dienst nach Vorschrift. Mitarbeiter lernen schnell – sei bloß nicht angreifbar. Gepaart mit einer fehlenden Fehlerkultur wird Mikado – wer sich zuerst bewegt hat verloren – zur neuen Maxime.

➡️ Weniger Eigeninitiative. Jeder lässt sich jede noch so kleine Entscheidung von oben absegnen. Der toxische Cocktail ist angerichtet. Die Führungskräfte beklagen die fehlende Eigeninitiative und tun doch alles, damit diese ja verunmöglicht wird.

 ➡️ Weniger Innovation. Die gefährlichste Entwicklung – damit ist die Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr.

➡️ Mehr Frustration bei den Menschen, die tatsächlich etwas bewegen wollen. Diese Entwicklung bringt die höchsten Kosten und den größten Schaden mit sich. So viel können Sie durch optimierte Prozesse an Potential gar nicht heben, was mit dieser Entwicklung an Geld verbraten wird.

 

Unternehmen brauchen heute nicht noch mehr Manager, Controller oder Prozesshüter.

 

Das Ergebnis dieser Entwicklung zeigt sich in fehlender Wettbewerbsfähigkeit, zunehmenden Pleiten, zunehmendem Mitarbeiterabbau, fehlender Innovationsfähigkeit.

 

Sie brauchen Leader – denn genau diese bringen den nötigen Drive.

 

Menschen, die Entscheidungen treffen, statt sie endlos abzusichern.

Menschen, die Verantwortung übernehmen, statt Zuständigkeiten weiterzureichen.

Menschen, die Vertrauen schaffen, statt Kontrolle auszubauen.

 

Denn eines ist sicher:

 

Nicht fehlende Prozesse bremsen die meisten Unternehmen aus.

 

Sondern fehlender Mut zur Verantwortung.

 

 

Leader gehen mutig voran, treffen Entscheidungen, verlassen ausgetretene Pfade und machen Platz für neues. Die Haltung, Verantwortung und Respekt anderen gegenüber sind heute unverzichtbar.

 

Leadership beginnt dort, wo Ausreden enden.

 

Herzlichst

Gerald Unger



 
 
 

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