Wie aus einem Micromanager eine positive Führungs-persönlichkeit wird
- Gerald Unger

- 30. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Ein Micromanager wird nicht über Nacht zum Leader – aber der Wandel ist möglich, wenn Haltung, Fähigkeiten und Rahmenbedingungen sich gezielt verändern.
Micromanagement entsteht dort, wo die persönlichen Skills mit den Anforderungen an die bekleidete Funktion in krassem Widerspruch stehen.
Kurz gesagt: vom Kontrollieren zum Befähigen, vom Verwalten zum Gestalten.
Genau daran mangelt es aktuell häufig. Alles wird ins kleinste Detail geregelt, schöne Hochglanzbroschüren spiegeln wie es sein könnte, sind allerdings nicht mal das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. Die tägliche Realität steht im Widerspruch zu den in schönen Hochglanzbroschüren geschriebenen Worten.
Es fehlt am Elementarsten, an Vertrauen. Alles wird verwaltet, grundsätzlich positive Managementtools laufen, Ergebnisse kommen, allein es fehlt am Verständnis diese Ergebnisse richtig zu interpretieren und vor allem, zu entscheiden.
Micromanagement basiert häufig auf Angst und fehlender Fehlerkultur – ich muss alles unter Kontrolle haben. Genau daran scheitern die meisten „Vor-Gesetzten“, die Führungspositionen bekleiden.
Sie erkennen, so wie es ist kann es nicht weiter gehen. Sie wollen wachsen, sich entwickeln?
Sie wollen sich mittelfristig zu einem positiven Leader entwickeln?
Dann sind hier die wichtigsten Schritte für Sie:
Bewusstsein schaffen: Führung ersetzt Kontrolle
Micromanagement entsteht oft aus guten Motiven (Verantwortung tragen, alle Optionen sorgfältig abzuwägen), wirkt aber gegenteilig.
Erkenntnis:
👉 Meine Aufgabe ist nicht, alles richtig zu machen, sondern andere erfolgreich zu machen. Wo liegen die Stärken jedes Mitarbeiters ersetzt die Suche nach Schwächen.
Und das macht den Unterschied. Sie erklären ständig welche Fehler gemacht werden, dann wundern Sie sich bloß nicht, wenn Mitarbeiter nur noch Dienst nach Vorschrift machen und innerlich kündigen. Wenn Sie jemandem ständig spiegeln nichts auf die Reihe zu bringen, werden ihre Mitarbeiter nichts mehr tun.
Fragen zur Selbstreflexion:
Greife ich ein, weil es nötig ist – oder weil ich es besser weiß?
Würde das Ergebnis auch ohne mich funktionieren?
Vertrauen systematisch aufbauen, Vertrauen ersetzt die Suche nach Schuldigen
Leadership beginnt mit Vorschussvertrauen, nicht mit Beweislast.
Genau dieses Umfeld benötigen Menschen um sich zu entwickeln, zu wachsen, sich „selbst etwas zutrauen“.
Alles andere sind Lippenbekenntnisse, die zu beiderseitigem Frust führen.
Wie es anders geht?
Menschen fördern und fordern, mit Aufgaben betrauen wo sie wachsen können ersetzt das Mindset – das kann er/sie nicht.
Praktiken, die zum Erfolg führen:
Klare Erwartungen definieren (Ziel, Rahmen, Deadline)
Weg und Methode bewusst dem Team überlassen
Fehler als Lernchance behandeln, nicht als Kontrollversagen
👉 Vertrauen ist kein Gefühl, sondern eine Haltung, eine Entscheidung mit Struktur.
3. Von Aufgaben zu Ergebnissen führen – Sinn vermitteln ersetzt Hierarchisches Gehabe
Micromanager führen To-do-Listen, Leader führen Resultate.
Statt:
„Mach es so und so.“
Besser:
„Das Ziel ist X. Woran merken Sie, dass es gut gelöst ist, was ist dann anders?“
Tools:
OKRs
SMART-Ziele
Klare Erfolgskriterien
4. Intelligente Fragen befähigen und unterstützen bei der Lösungsfindung
Ein Leader denkt laut mit, statt vorzugeben.
Typische Führungsfragen:
„Was ist dein Vorschlag?“
„Welche Optionen siehst du?“
„Was brauchst du von mir, um weiterzukommen?“
👉 Mit jeder Antwort, die Sie geben, nehmen Sie jemandem die Chance zu wachsen, sich zu entwickeln.
Ihre persönliche Meinung, ihr Ergebnis kann für alle um Sie herum kontraproduktiv sein.
5. Mit Aufgaben betrauen ersetzt alles selbst entscheiden und kontrollieren. Selbstverantwortung ist das Zauberwort
Delegation heißt nicht:
„Mach das mal.“
Sondern:
Verantwortung + Entscheidungsbefugnis + Feedback-Zeitpunkte
Gute Delegation klärt:
Was ist das Ziel?
Wie viel Entscheidungsfreiheit gibt es?
Wann gibt es Check-ins?
6. Eigene Rolle neu definieren – Führungspersönlichkeiten ersetzen „Fachexperten und Vor – Gesetzte“
Der größte innere Shift:
Micromanager:
„Ich bin der/die Beste im Detail.“ Dann sind Sie Fachexperte, jedoch noch lange keine Führungspersönlichkeit.
Leader:
„Ich baue ein System, das ohne mich funktioniert.“ Genau darauf kommt es an. Wenn ihr System nur funktioniert, wenn Sie aktiv, operativ mitarbeiten haben Sie so ziemlich alles falsch gemacht.
Fokus auf:
Menschen entwickeln
Prioritäten setzen
Hindernisse entfernen
Richtung geben
7. Feedback einholen (auch unbequemes) – Feedback ist die Basis für Wachstum und Entwicklung
Ohne Spiegel kein Wachstum.
Feedback ist nicht immer angenehm. Mit konstruktivem Feedback positiv umgehen, aktiv zuhören, nachfragen – was genau ist gemeint – bietet enorme Entwicklungschancen.
Möglichkeiten:
360°-Feedback
Anonyme Team-Umfragen
1:1 mit ehrlicher Frage:
„Wo bremse ich euch, statt zu helfen?“
Merksatz
Micromanagement ist Angst, als Sorgfalt getarnt – und das beherrschen viele „Vor-Gesetzte“ perfekt.
Leadership dagegen ist Vertrauen, mit Klarheit kombiniert.
Erkennen Sie den Unterschied?
Und genau darin liegen die größten Chancen. Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen, befähigen Sie diese sich angstfrei zu entwickeln, zu wachsen und Sie werden überrascht sein, welche Potentiale in Ihren Mitarbeitern stecken.
Herzlichst
Gerald Unger

.png)



Kommentare